Rückblick auf den 4/4 Permakultur Design Kurs in Berlin
...auch der zweite PDK an vier langen Wochenenden fand im Winter 2010 erfolgreich statt.
Ein Bericht von Monika Frank.
Wir
hatten jeweils 11-14 TeilnehmerInnen; erfreulich war,
dass 10 davon alle Teile belegten und somit das Zertifikat PDK bekamen.
Etwa 2/3 kamen aus Berlin und Umgebung, 1/3 von weiter her, sogar aus
Trier wurde vier Mal angereist (Hauptstadtbonus!). Es gab 2
Überschneidungen mit dem zeitlich parallel laufenden 2/2-Kurs in
Freiburg. Im Schnitt waren die TN sehr jung, wissbegierig und nicht tot
zu kriegen. Wir hoffen natürlich, dass wir einige für die Ausbildung
begeistern konnten, allerdings ist es in diesem Alter oft schwer, sich
für zwei Jahre festzulegen - außer man steckt in Uni-Studien. Ein
Teilnehmer hat einen Rabatt bekommen und ist zusammen mit einem anderen
Studenten das Projekt "Bibliothek/Archiv" im Büro in Berlin angegangen.
Einige TeilnehmerInnen wollen sich in ihrem direkten Lebenssumfeld und
bei noch jungen Projekten in Berlin engagieren, wie z.B. im
Gemeinschaftsgarten Ton-Steine-Gärten am Bethanien.
Inhaltlich
konnten wir alle Themen des PDK abdecken, allerdings bemerkten wir
immer wieder, dass in viele Themen nicht tief genug eingestiegen werden
kann bei 72h. Die Aufteilung in Wochenenden gibt dem Kurs auch eher den
Charakter eines Seminars, wo man abends wieder auseinander geht - im
Gegensatz zu residential Kursen, wo am Abend noch Zusatzprogramm, lesen
oder einfach miteinander diskutieren laufen kann. Wir haben bewusst
einige social events mit eingebaut (die nicht PK-bezogen waren), was von
den TN sehr begrüßt wurde. Für die Zukunft werden wir die Länge des
Kurses etwas strecken, um mehr Zeit sowohl für die Inhalte als auch fürs
socializing zu haben.
Unsere Planungsaufgabe beschäftigte sich mit dem
zukünftigen "Bürgerpark" an der Frankfurter Allee, in den das
Stadtteilbüro Friedrichshain, die Transition Town Initiative
Friedrichshain-Kreuzberg und einige PK-Studenten und
Designer involviert sind. Trotz der teilweise entmutigenden Ausgangslage
entstanden drei sehr fantasievolle und unkonventionellen Entwürfe, die
am Ende des Kurses präsentiert wurden. Sie sollen jetzt weiter
bearbeitet werden und als Grundlage für die Zusammenarbeit mit der
Bezirksverwaltung dienen. Christina wird zusammen mit PK-Student und
TTFK-Aktivist Andi Raue dieses Projekt weiter betreuen. Permaculture
in practice!
Finanziell hat unser Kurs
auch gut abgeschlossen. Nach unseren eigenen Regeln bleiben 10% des
Gewinns bei der PKA zum Aufstocken des Kursmaterials, der Rest wird in
Project-support-project-Manier an Projekte vergeben. Wir haben uns für
folgendes entschieden:
210 Euro fließen in die Unterstützung des PDK
in Nigeria im Herbst 2010. Die Teilnahme eines afrikanischen
Kursteilnehmers soll damit finanziert werden.
Ca. 300 Euro gehen an
eine bessere Ausstattung unserer Kurse, z.B. durch Anschaffung eines
mobilen Druckers, der im PKA-Büro verwendet wird, wenn er nicht auf
Reisen ist.
275 Euro gehen in das PKA-Projekt "Gewaltfreie
Kommunikation". Damit soll eine Fortbildung zum Thema mitfinanziert
werden und somit die Kosten für einzelne TeilnehmerInnen sinken.
Ausblick
Das Format und die inhaltliche Aufteilung des 4/4-PDK in Berlin hat
sich nach zwei erfolgreich durchgeführten Kursen bewährt. Für 2011
stehen bereits Termine fest! Christina und Monika werden die
Modulaufteilung detaillierter beschreiben, so dass sie als Grundlage für
andere 4/4-Kurse dienen kann. 2010 ist bereits eine erfolgreiche
Abstimmung mit dem 2/2-Kurs in Freiburg gelaufen. Diese Zusammenarbeit
wird es auch in 2011 geben, wenn in Freiburg zeitlich versetzt im
Spätwinter/Frühling ein 4/4-PDK stattfinden soll. Mir persönlich schwebt
eine generelle Abstimmung des Curriculum, eine Art Schatzkiste "was
lehre ich in einem PDK" vor, der von ALLEN teachern aufgegriffen und
erweitert werden kann.
Da ich im Winter 2011 nur für zwei Kursteile
in Berlin sein werde, wird das Gespann Christina-Moni erweitert werden.
Auch für punktuelle Inputs von "Gastdozenten" sind wir immer
aufgeschlossen.
Monika Frank, im Mai 2010